Sommerfest des Kreisverbandes

"Endlich sehen wir uns wieder".

Das war der Tenor bei dem Sommerfest des Kreisverbands Wiesbaden-Rheingau-Taunus. So freute sich auch der Kreisvorsitzende Stefan Heinemann sehr, nach 2 Jahren Corona-Zwangspause das Fest im Hof des Büros Wiesbaden eröffnen zu können. Er forderte dazu auf, das Fest zu genießen und dabei Kontakte zu knüpfen, um gemeinsam aktiv zu werden.

Bei bestem Sommerwetter und unter der groovigen musikalischen Begleitung von Adrian Gabriel am Klavier unterhielten sich die zahlreichen Gäste rege und die Stimmung war prächtig. Michael Leschnik, stellvertretender Vorsitzender, lenkte die Aufmerksamkeit auf die Aktivitäten des KV in der letzten Zeit. Vor allem zwei Themen waren dabei herausragend: die Aktivitäten für eine städtische Kontrollstelle gegen Schwarzarbeit und die Kundgebung am Workers Memorial Day vor dem Bauarbeiterdenkmal in Wiesbaden (s. Grundstein Juni 2022). Beides hinterließ Spuren in der Wiesbadener Stadtgesellschaft.

Auch Kreisvorstandsmitglied Ambasager Haile, der einen Überblick über die Geschichte des einzigartigen Bauarbeiterdenkmals gab, verwies auf neue Kontakte in die Stadtpolitik, die auf die Sanierung des Denkmals gerichtet sind. Damit würde die schwierige und wichtige Arbeit am Bau stärker in das öffentliche Bewusstsein gerückt.

Aber im Zentrum des Festes stand das Wiedersehen der Kolleginnen und Kollegen und die Wiederbelebung der Kontakte. Von Beidem wurde ausgiebig Gebrauch gemacht. Reichlich zugegriffen wurde auch bei den Grillwürsten und den mitgebrachten Salaten. Am Ende war das meistgehörte Fazit: Wir freuen uns schon aufs nächste Mal und bringen noch Kolleginnen und Kollegen mit!

 

Sommerfest (1)
Sommerfest (2)
Foto IG BAU Jana Heinemann
Text Klaus Döring

IG BAU - da mach ich mit!

Der Kreisverband Wiesbaden-Rheingau-Taunus lädt Kolleginnen und Kollegen ein, sich einzubringen und mitzumachen, da wo es „passt“!

Unsere Angebote

Treffen des Kreisverbandes, des Arbeitskreises „Aktiv 55plus“, bei der Arbeitsgruppe „Faire Arbeit“ oder im Arbeitskreis „Senioren“.

Der Kreisverband unterstützt folgende Aktivitäten:

  • Renovierung des Bauarbeiterdenkmals  Wir fordern von der Stadt Wiesbaden dieses Denkmal zu renovieren. Es ist das einzige Denkmal in Deutschland, welches auf die im Beruf verstorbenen ArbeiterInnen hinweist.
  • Gute Arbeit mit Tariflohn  Wir unterstützen alle KollegInnen, die sich aktiv für gute Arbeit und Tariflohn ohne Wenn und Aber einsetzen.
  • Bezahlbarer Wohnraum Wir wollen uns aktiv an der Politik beteiligen, vor allem wenn es bezahlbaren Wohnraum geht.
  • Gesundheitswesen ohne Profit Ebenso wie bezahlbares Wohnen unterstützen wir auch ein profitfreies Gesundheitswesen. Dafür gehen wir auch ins Wiesbadener Rathaus   und tragen unsere Forderungen den politisch Verantwortlichen vor.
  • Frieden "Ohne Frieden ist Alles nichts“ – wir unterstützen seit vielen Jahren im Schulterschluss die Wiesbadener Friedens-bewegung.

Mach einfach mit und bring Dich bei uns ein!  

Interesse? Dann melde Dich bei Kollegin Marion Guthmann unter 0611/87023 oder [Bitte aktivieren Sie Javascript]. Wir freuen uns über Deine Mitarbeit!

Wir sind solidarisch – für gute und Faire Arbeit und eine friedliche Zukunft.

Workers Memorial Day in Wiesbaden

Am Workers Memorial Day, dem 28. April, wird weltweit der bei Arbeits- oder Wegeunfällen tödlich verunglückten oder verletzten Kolleginnen und Kollegen gedacht. Der IG BAU-Kreisverband Wiesbaden-Rheingau-Taunus hat an diesem Tag das Wiesbadener Bauarbeiterdenkmal besucht und dort eine Gedenkveranstaltung abgehalten.

Dieses Denkmal erinnert an den Tod dreier Bauarbeiter, die in den 1920er Jahren beim Bau der kommunalen Wohnanlagen am Wiesbadener Loreleiring tödlich verunglückten. Es ist damit einzigartig in Deutschland.

Auf der Veranstaltung erläutert der Kreisvorsitzende Stefan Heinemann, in welchem Umfang Arbeits- und Wegeunfälle im Alltag unserer Kolleginnen und Kollegen auftreten und welche schlimmen Folgen sie haben können. „Allein in Deutschland sterben drei bis vier Menschen täglich auf der Arbeit, auf dem Weg dorthin oder an unfallbedingten bzw. berufskrankheitsbedingten Spätfolgen.“ Die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft habe im Jahr 2020 ca. 130.000 Meldepflichtige Arbeits- und Wegeunfälle und Berufskrankheiten registriert, davon knapp 600 Fälle mit Todesfolge. Die häufigsten Ursachen sind meist zurückzuführen auf Kosteinsparung: Überarbeitung, Zeitdruck, fehlende oder falsche Ein- und Unterweisungen und unzureichende Schutzausrüstung. 

Der stellvertretende Vorsitzende Michael Leschnik zog Schlussfolgerungen und stellte Forderungen an die Wiesbadener Stadtgesellschaft: Öffentlich Aufträge müssen davon abhängig gemacht werden, dass Arbeitsschutzgesetze und Arbeitnehmer-Rechte eingehalten werden. Illegale Beschäftigung ist zu unterbinden. Vom Generalunternehmer sowie allen Arbeitgebern muss gewährleistet werden, dass auch tatsächlich Tariflöhne gezahlt werden.

Der Ort der Gedenkveranstaltung, das Bauarbeiterdenkmal, müsse außerdem endlich würdig gestaltet werden. Hier kann die Stadt Wiesbaden Einiges tun.

Am Ende der Veranstaltung, die von Kulturbeiträgen flankiert wurde, wurde ein Blumengebinde niedergelegt und eine Gedenkminute abgehalten

Bauarbeiterdenkmal
Kreisverband gedenkt den tödlich verunglückten oder verletzten Kolleg:innen
28.04.2022: Gedenkveranstaltung zum Workers Memorial Day am Wiesbadener Bauarbeiterdenkmal
Text/Fotos: Klaus Döring

Altersgerechte Sanierung gegen "graue Wohnungsnot"

329 Mal Umbau von Wiesbadener Senioren-Wohnungen gefördert

Bessere Chancen, in den eigenen vier Wänden alt zu werden: Es werden deutlich mehr
Senioren-Wohnungen in Wiesbaden gebraucht, stellt die IG Bauen-Agrar-Umwelt fest.
Andernfalls drohe eine „graue Wohnungsnot“. Denn: „Die Stadt wird älter. Im Jahr 2035
werden hier bereits rund 67.600 Menschen leben, die zur ‚Generation 65plus‘ gehören“,
sagt Karl-Heinz Michel. Der Bezirkschef der IG BAU Wiesbaden-Limburg beruft sich
dabei auf eine Regional-Untersuchung zur „Wohnsituation im Alter“ vom Pestel-Institut
in Hannover.

Viele dieser Menschen seien dann auf eine altersgerechte Wohnung angewiesen –
ohne Barrieren. „Das bedeutet, dass man keine Treppenstufen mehr gehen muss und
mit einem Lift in die Wohnung kommt“, so Michel. Die Senioren-Wohnungen sollten
Türen haben, durch die ein Rollator oder Rollstuhl passe. Ebenso eine schwellenfreie
Dusche. Das „Senioren-Sanieren“ ganzer Wohnhäuser liege „voll im Trend“. Im
vergangenen Jahr habe die staatliche KfW-Förderbank in Wiesbaden genau 329 Mal
den altersgerechten Umbau von Wohnungen unterstützt. Dafür flossen Fördergelder in
Form günstiger Kredite oder direkter Zuschüsse.

„Dennoch bleibt noch viel zu tun. Und jede Sanierung lohnt sich. Übrigens nicht nur
beim Senioren-Wohnen. Auch junge Familien können davon profitieren: Wo heute ein
Kinderwagen durch die extra breite Zimmertür rollt, da passt dann in vierzig Jahren
auch ein Rollator durch“, sagt Karl-Heinz Michel. Es komme darauf an, rechtzeitig
vorzubeugen. Der Bezirksvorsitzende weiter: „Es kann nicht sein, dass ältere Menschen
nur deswegen ins Heim müssen, weil sie zu Hause keine seniorengerecht ausgebaute
Wohnung haben.“

Von den gesamten Kosten für den altersgerechten Umbau, die gefördert werden
können, zahlt die KfW immerhin bis zu 12,5 Prozent als direkten Zuschuss – maximal
6.250 Euro pro Wohneinheit, so die IG BAU. Mehr Informationen über die KfW-Förderung beim altersgerechten Umbau gibt es für Mieter, Haus- und Wohnungseigentümer im Internet:
www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Bestandsimmobilien/Barrierereduzierung

rollator
Alltagsszene im Alter: mit dem Rollator zur bodengleichen Dusche. Ein Leben in den eigenen vier Wänden – ohne Barrieren. Die IG BAU plädiert dafür, die eigene Wohnung möglichst frühzeitig „fit fürs Alter“ zu machen.
Foto: IG BAU

In Wiesbaden ist die Altersarmut weiblich

IG BAU warnt vor steigender Altersarmut für Frauen

Unsichere Jobs sind meist Frauensache: In Wiesbaden arbeiteten Ende letzten Jahres knapp 43.000 Frauen in Teilzeit, Mini-Job oder Leiharbeit. Damit machten sie 68 Prozent der „atypischen Beschäftigung“ aus, wie eine gleichnamige Untersuchung der Hans-Böckler-Stiftung zeigt. In ganz Hessen waren demnach 886.000 Frauen atypisch beschäftigt. Die Ig BAU warnt zugleich vor einer zunehmenden Altersarmut für Frauen: „Prekäre Jobs führen zu niedrigeren Rentenansprüchen.“ Dabei seien Zeiten der Schwangerschaft oder Kindererziehung noch nicht einmal berücksichtigt.
„Wenn Politik und Wirtschaft nichts unternehmen, dann werden Frauen bei der Rente immer öfter zu Verliererinnen“, sagt Stefan Heinmann, Vorsitzender des Kreisverband Wiesbaden-Rheingau-Taunus. Besonders besorgniserregend sei der Trend, dass Teilzeit immer mehr zum Normalarbeitsverhältnis für Frauen werde. So gab es nach Angaben der Böckler-Studie in Wiesbaden zuletzt rund 26.800 Teilzeit-Arbeiterinnen – 37 Prozent mehr als noch vor zehn Jahren. Demgegenüber haben Ende letzten Jahres nur rund 7.900 Männer in Teilzeit gearbeitet. Außerdem waren mit insgesamt 16.000 Mini- Jobberinnen 60 Prozent aller geringfügig Beschäftigten in der Stadt weiblich.

Vor dem Hintergrund der aktuellen Rentendebatte fordert die IG BAU, die Situation der Frauen stärker in den Blick zu nehmen. „Gerade in der Gebäudereinigung, im Gartenbau und in der Floristik bekommen sie kaum Vollzeitstellen, sondern Teilzeit-oder Mini-Jobs. Die Folge ist, dass Frauen trotz jahrzehntelanger Arbeit im Alter zum Sozialamt gehen müssen“, so Gewerkschafter Heinemann, Taunus. Zudem fehlten Frauen wegen Erwerbsunterbrechungen häufig mehrere Jahre an Rentenbeiträgen. Und auch nach einer Scheidung stünden viele Frauen mit leeren Händen – aber oft mit dem alleinigen Sorgerecht – da.
 
„Die Folge davon ist eine weiter zunehmende Altersarmut bei Frauen“, ist Stefan Heinmann sicher. Unternehmen und Politik müssten deshalb gleichermaßen gegensteuern. „Statt Frauen nur für wenige Wochenstunden einzustellen, sollten Firmen vollwertige Jobs schaffen – für Frauen und Männer“. Weniger zu arbeiten, müsse eine individuelle Entscheidung sein und kein Zwang. Für Reinigungskräfte sei Vollzeit mittlerweile fast eine Seltenheit, obwohl sich das viele Beschäftigte wünschten.

Eine zentrale Voraussetzung für höhere Renten sei natürlich die gleiche Bezahlung von Frauen und Männern, so der Gewerkschafter. Mittlerweile habe die Politik die Bedeutung von „Equal Pay“ erkannt und ein Lohngerechtigkeitsgesetz auf den Weg gebracht. Heinmann spricht von einem „Schritt in die richtige Richtung“, kritisiert jedoch, dass Beschäftigte erst in Betrieben ab 200 Mitarbeitern einen Auskunftsanspruch über die Bezahlung der Belegschaft haben. Damit greife das geplante Gesetz nur in Teilen des Handwerks und der Reinigungsbranche.

Eine entscheidende Maßnahme wäre es, so die IG BAU, Phasen der Erwerbslosigkeit in der gesetzlichen Rentenversicherung aufzuwerten. Stefan Heinemann: „Zeiten der Schwangerschaft und Erziehung müssen endlich anerkannt werden – zum Beispiel durch Extra-Rentenpunkte“.

heinemann
Frauen müssen trotz jahrzehntelanger Arbeit im Alter zum Sozialamt gehen", so Gewerkschafter Heinemann. Zudem fehlten Frauen wegen Erwerbsunterbrechungen häufig mehrere Jahre an Rentenbeiträgen. Und auch nach einer Scheidung stünden viele Frauen mit leeren Händen – aber oft mit dem alleinigen Sorgerecht – da.
Foto: IG BAU